Kontowechsel

Immer mehr Banken bezeichnen das kostenlose Girokonto als nicht mehr zeitgemäß. Aufgrund der aktuellen Zinssituation kann mit den Einlagen der Kunden nicht mehr gewinnbringend gearbeitet werden. Tatsächlich verursacht natürlich auch ein Online Girokonto, trotz aller Digitalisierung und Automatisierung, weiterhin Kosten. Die Bank muss also versuchen, Einnahmen über Zusatzgeschäfte, wie Bausparverträge, Wertpaieranlagen oder Versicherungen, zu generieren. Oder sie erhöht auch für Onlinekonten die Grundgebühren. Angebote für ein tatsächlich kostenloses Girokonto werden daher immer seltener. Diese möchte ich Ihnen auf diesen Seiten vorstellen. Davor steht aber der Wille zum Kontowechsel.

Der Wechsel zum neuen Konto ist sogar gesetzlich geregelt

Über mangelnde Bürokratie kann man sich ja in Deutschland nicht beschweren, so ist auch der Kontowechsel gesetzlich geregelt und zwar im ZKG- dem Zahlungskontengesetz. Hier ist im Abschnitt 3 geregelt, was eigentlich der Normalfall sein sollte, nämlich die Kontowechselhilfe. In erster Linie wird hier die abgebene Bank, aber auch das übernehmende Geldinstitut, verpflichtet den Kontowechsel nach Ihrem Auftrag zügig und lückenlos vorzunehmen. Das betrifft in erster Linie die Ausführung von Daueraufträgen und Lastschriften. Aber wie sieht das nun in der Praxis aus? Wie erfolgt die Beauftragung im Falle eines Online Girokontos?

Kontowechsel grundsätzlich Sache der Banken

Der Vorgang ist leider nicht bei allen Banken identisch. Nach dem neuen Zahlungskontengesetz soll das neue Geldinstitut Überweisungen und Lastschriften der letzten 13 Monate von der alten Bank übernehmen. Diese muss dazu dem neuen Geldinstitut und dem Kunden eine Liste mit den vorgenannten Informationen zukommen lassen.

Innerhalb von zwei Werktagen soll die neue kontoführende Bank Kontakt zum bisherigen Geldinstitut aufnehmen. Diese soll dann innerhalb von fünf Werktagen eine Liste aller Daueraufträge, Lastschriften und eingehenden Überweisungen an Sie und Ihre neue Bank übermitteln. Nach insgesamt zehn Werktagen sollte das neue Konto eingerichtet sein. Kosten dürfen hierfür nicht anfallen.

Die kontübernehmenden Banken sind natürlich besonders an einer einfachen und schnellen Kontoübernahme interessiert und bieten daher einen Kontowechselservice an. Dann gilt es nur noch die übernommenen Daten, zu sichten und ordnen, eventuell neue Bankverbindung mitzuteilen und Daueraufträgezu ändern. Um unnötige Gebühren wegen nicht ausgeführter Lastschriften zu vermeiden, sollte das alte Konto zur Sicherheit noch etwa zwei bis drei Monate verfügbar sein.